Tagungen und Workshops

Jedes Jahr veranstalten Mitgliedseinrichtungen der Fachgesellschaft Geschlechterstudien eine Tagung, in der sich die Mitglieder der FG zu einem bestimmten vorher festgelegten Themenbereich inhaltlich austauschen können.

Tagung 2017: „Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung“

Flyer (als PDF-Dokument)

Vom 28. Sept. bis 30. Sept. 2017 findet an der Universität zu Köln in Kooperation mit der wissenschaftlichen Einrichtung für Gender Studies in Köln (GeStiK) unter dem Titel „Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung“ die erste gemeinsame Tagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien e.V. (Deutschland), der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung ÖGGF und der Schweizer Gesellschaft für Geschlechterforschung SGGF statt.

Tagung 2016: „Materialität/en und Gender“

Flyer (als PDF-Dokument)

12. – 13. Februar 2016 veranstaltet vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin
Die Jahrestagung möchte mit „Materialität/en und Geschlecht“ ein Thema fokussieren, das seit Beginn der Frauen- und Geschlechterforschung mit wechselnden inhaltlichen und theoretischen Schwerpunktsetzungen, vielfältigen fachlichen Perspektiven und geographisch diversen Interessenlagen bis heute im Zentrum der Genderdebatte steht. In den letzten Jahren hat sich die Beschäftigung mit diesem Thema quer durch alle Disziplinen im Zuge der Sondierung der Möglichkeiten und Grenzen von Diskurstheorie und linguistic turn intensiviert und teilweise theoretisch neu ausgerichtet. Damit sollte nicht zuletzt auch aktuellen Herausforderungen wie globalen ökonomischen Krisen, politischen Umbrüchen und Kriegen, Konflikten zwischen kulturellen bzw. religiösen Wertegemeinschaften, intersektionalen Problemlagen, aber auch neuen technologischen und medizinischen Möglichkeiten und erweiterten Körper-, Materialtäts-, Geschlechter- und Sexualitätsverständnissen konzeptuell neu begegnet werden.

Tagung 2015: „Bewegung/en“

Programm (als PDF-Dokument)

13. – 14.2. 2015, Universität Bielefeld
Die 5. Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien möchte Dynamiken, Auseinandersetzungen, Konflikte und Kämpfe, die sich um Geschlechterkonstruktionen und Geschlech­ter(un)ordnungen ereignen, in den Fokus nehmen. Dabei soll der Plural sowohl die Fülle historischer und zeitgenössischer Bewegungen als auch die Vielfalt der theoretischen, disziplinären, methodischen und empirischen Perspektiven auf Veränderbarkeit und Veränderungen markieren. Während die einen Geschlechterforscher_innen beispielsweise nach der Bedeutung von materialen Konstellationen und technologischen Entwicklungen für Bewegung/en fragen und andere die Funktion von Medien und Kulturproduktionen für die Ermöglichung und Verhinderung von Kollektivierungsprozessen herausarbeiten, richten wieder andere ihr Augenmerk auf historische und aktuelle soziale Praktiken, Strukturen und Bewegungen. Die interdisziplinären Felder der (Post-)Colonial, Disability, LGBTI und Queer Studies sowie der Critical Race Theory rücken weitere Themen und Fragen in den Mittelpunkt.

Tagung 2014: „Erkenntnis, Wissen, Intervention“

Programm

14. – 15. 02. 2014, Universität Paderborn
Die 4. Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien rückt die Dynamiken und das Zusammenspiel zwischen Erkenntnis, Wissen und Intervention auf wissenschaftlicher und gesell­schaftlicher Ebene in den Mittelpunkt. Dabei soll es einerseits darum gehen, zu klären, in welchen Hinsichten von Wissen und Erkenntnis als Intervention gesprochen werden kann und wie Erkenntnis und Wissen als Intervention wirksam werden können, andererseits soll gefragt werden, welches die Bedingungen der Möglichkeit sind, in Wissen und Erkenntnis zu intervenieren. Angesprochen sind damit im Wesentlichen drei Themenfelder: zum einen (1) Fragen, die den (Arbeits-)Bereich von Erkenntnisgewinnung und Wissensproduktion und die damit verbundenen Erfahrungen mit Geschlechterforschung / Gender Studies anvisieren; zum zweiten (2) epistemologische Fragen nach den Möglichkeiten von Geschlechterforschung / Gender Studies, methodisch oder erkenntniskritisch zur Erweiterung und Veränderung der Wissensbestände und ihrer Strukturierung beizutragen; und drittens (3) die Frage, welche Herausforderung von einzelnen konkreten Forschungsarbeiten aus den Gender Studies für wissenschaftliche und gesellschaftliche Bereiche ausgeht oder ausgehen kann.

Tagung 2013: „Intimität“

14. – 16. Februar 2013, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Programm

Geschlechterverhältnisse gehen ‚unter die Haut‘ (Barbara Duden) – dies ist für die Gender Studies eine zentrale Einsicht. Damit werden, unter Anknüpfung an vielfältige disziplinäre, theoretische und empirische Perspektiven, unter anderem die affektiven und prä-reflexiven Qualitäten des Geschlechtlichen thematisiert. Wenn von Intimität die Rede ist, stehen folglich oft die körperleiblichen Aspekte vergeschlechtlichter Verhältnisse im Mittelpunkt. In den Gender Studies ist dies zudem eng verwoben mit feministischen Positionen und Praktiken, die auf die immanent politische Dimension von Intimität aufmerksam machen, etwa im Zusammenhang mit Sexualität oder (nahräumlicher) Gewalt.

In der sozial- und kultur­wissenschaftlichen Geschlechterforschung wurden und werden diese Zusammenhänge auch aus intersektionaler Perspektive insbesondere entlang der Verklammerung von Privatem und Öffentlichem verhandelt. Die Natur- und Technikwissenschaften, die Medizin oder die Science and Technology Studies stellen sich Fragen der (vergeschlechtlichen) Bedeutung von Intimität, z. B. in der Mensch/Maschine-Interaktion oder der Pflege. Jüngste (Re-) Thematisierungen von Emotionen – bisweilen als ‚emotional/affective turn‘ der Sozial- und Kulturwissenschaften gehandelt – reflektieren deren historische Entwicklungen, Verkörpe­rungen (embodiment) und ihre, vor allem in der Queer Theory, diskutierten anti-sozialen Dimensionen.

Tagung 2012: „Wanderungen“

3./4. Februar 2012, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Programm

Menschen, Dinge und Konzepte sind weltweit in Bewegung geraten. Bewegungen, die bei­spielsweise durch eine global werdende Ökonomie, durch neue Technologien der Informa­tionsübermittlung und des Transports und nicht zuletzt durch die unzähligen regionalen und internationalen Kriege zunehmen. Diese Migrationsprozesse neuen Ausmaßes werden ebenso kritisch und ängstlich beobachtet wie versucht wird, die schwer beherrschbaren Wanderungen von Viren, Keimen und Epidemien mit hohem technischen Aufwand in Schranken zu halten. Menschen, die sich bislang in sicheren Territorien und innerhalb von Grenzen ge­schützt wähnten, sehen sich dadurch zum Teil bedroht.

Zugleich fühlen sich viele durch Wanderungen kultureller Artefakte, Dinge, Bilder, Töne aus anderen Kulturen angeregt, fasziniert und bereichert. Die Zirkulation von Waren, bioökonomischen Modellen und tech­nologischen Konzepten scheint, forciert durch ökonomische Interessen, keine Grenzen mehr zu kennen. Der Imperativ der Mobilität ruft indes zugleich Gegenbewegungen hervor: Entschleunigung, der Wunsch nach ‚Heimat‘, ‚Auszeiten‘ und auch das Wandern im wörtlichen Sinne scheinen stetig an Attraktivität zu gewinnen. Fremdheitserfahrungen rufen allerdings nicht selten Sehnsüchte nach Eindeutigkeit und vermeintlich Vertrautem hervor. Unbe­streitbar ist zugleich, dass die Herausforderungen einer Befremdung des Eigenen, des sicher und unhinterfragbar Geglaubten, neue Perspektiven der Kritik eröffnen können.

Tagung 2011: „Verletzbarkeiten“

21./22. Januar 2011, LMU München

Programm

„Viel ist in jüngster Zeit von der Prekarisierung der Lebens‐ und Arbeitsverhältnisse die Rede. Durch radikalisierte Individualisierungsprozesse sind bzw. scheinen Personen weitaus verletzbarer als zuvor. Die Verletzbarkeit oder Verwundbarkeit ergibt sich aus ökonomischen Bedingungen, psychischen Belastungen oder auch rechtlichen Veränderungen. Durch den auf die körperliche Verfasstheit abzielenden und über diese zugleich hinaus weisenden Begriff der Verletzbarkeit werden Fragen eröffnet, die gleichermaßen die physischen und psychischen, sozialen, kulturellen, ökonomischen, rechtlichen, ethischen und politischen Dimensionen sozial geteilten Lebens in den Blick nehmen.

Wie stellen sich diese Fragen aus geschlechterwissenschaftlicher Perspektive dar?

Das ist das Thema der ersten Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies Association (Gender e.V.).
Die Frage nach der Verletzbarkeit fordert alle akademischen Disziplinen und die inter‐ und transdisziplinäre Forschung heraus. So wird die Tagung auch einen Dialog zwischen verschiedenen disziplinären Zugriffen eröffnen. Darüber hinaus soll diskutiert werden, wie sich die Fachgesellschaft weiter entwickelt.