Eingangsstatement der Konferenz „Aktuelle Herausforderungen“

Eröffnung der gemeinsamen Konferenz der D-A-CH Fachgesellschaften für Geschlechterforschung/-studien vom 28.-30.09.2017 in Köln

Susanne Völker, 1. Sprecherin der Fachgesellschaft Geschlechterstudien (D)

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1. Unbegrenzbare Herausforderungen

Wir erleben gegenwärtig Zeiten, in denen globale Probleme und Ungerechtigkeiten keineswegs abgebaut werden, sondern sich noch zuspitzen wie  der  milliardenfache Ausschluss von Menschen von grundlegenden Ressourcen und Infrastrukturen zeigt: Hunger bleibt ein Problem – vor allem im globalen Süden; Kriege bestimmen und zerstören das Leben vieler, ungenannt bleibender Individuen, Menschen, die vor Gefahren, Gewalt, Verfolgung und Mangel fliehen, werden durch die verschiedenen Abschottungspolitiken europäischer Länder Not und Tod ausgesetzt. Weltweit – in unterschiedlichen Ausmaßen – haben wir es mit der Verweigerung, dem Verlust und Abbau von demokratischen Rechten zu tun, häufig motiviert durch Rassismus und kulturelle, religiöse und soziale Differenzsetzungen, durch Sexismus, durch Diskriminierung aller, die dem Raster der Zweigeschlechtlichkeit, den Gesetzen heteronormativen Begehrens nicht entsprechen… – wollen.

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Statement: Gender-Studies in der Diskussion

Die Gender-Studies sind ein plurales, inter- und transdisziplinäres Wissenschaftsfeld. Hervorgegangen aus Frauenbewegungen und zuerst institutionalisiert als Frauen- und Geschlechterforschung, umfassen die Gender-Studies heute Analysen z.B. zur biopolitischen Regulierung von Geschlecht, zur intersektionalen Verschränkung von Migration und Geschlecht, zu LGBT*I*Q* Lebensformen und zur ungleichen Bezahlung von Arbeit. Ebenso werden Gleichstellungspolitiken analysiert, eine geschlechtsdifferenzierende Gesundheitsvorsorge entworfen oder stereotype Geschlechterdarstellungen in der populären Kultur betrachtet. Dieser Vielstimmigkeit und Vielgestaltigkeit der Gender-Studies Rechnung zu tragen, sie sichtbar zu machen und zu unterstützen, war und ist das Anliegen der 2010 gegründeten Fachgesellschaft Geschlechterstudien. Geschlechterforschung steht für eine breite, diverse und diversifizierende wissenschaftliche Arbeit. Wie jede andere Forschungsrichtung benötigt sie Forschungs- und Lehrstrukturen in Form wissenschaftlicher Institutionalisierung.

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Stellungnahmen und Neuerscheinungen

Der Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien begrüßt die Stellungnahme von S. Hark und J. Butler sehr und teilt sie inhaltlich vollständig. Die FG weist die Verunglimpfungen der Kolleg_innen in der Emma-Publikation entschieden zurück und wird auf der Konferenz Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung in Köln die gegenwärtigen Angriffe erörtern.

Zusätzlich weist der Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien auf zwei Neuerscheinungen und eine Stellungnahme hin:

Serie Gender in der Forschung

Warum biblische Theologie und ein modernes Geschlechterbild durchaus zusammengehören
Von Claudia Janssen
Von Christine Bauhardt
Handelnde und leidende Menschen: Warum Geschlechtergeschichten in den Geschichtsunterricht gehören
Von Martin Lücke
Ehe, Macht, Begehren: Seit der Antike interessieren sich Philosophen für die Geschlechterverhältnisse
Von Susanne Lettow
Die Familie wird wichtiger, im Job werden Frauen zur Konkurrenz: Der gesellschaftliche Wandel fordert Männer heraus, sich neu zu positionieren.
Von Michael Meuser
Junge Migranten treten als Machos auf, obwohl sie das beim Aufstieg behindert. Anerkennung finden sie nach eigenen, traditionell geprägten Regeln.
Von Ahmet Toprak
Sexualität und sexualisierte Gewalt in Kita und Schule: Die meisten Pädagogen sind darauf nicht vorbereitet.
Von Heinz-Jürgen Voß
Oft wird behauptet, Biologie stehe im krassen Widerspruch zur Genderforschung. Das ist falsch. Beide sollten zusammenarbeiten.
Von Kerstin Palm
Gegen die Geschlechterforschung wird massiv gehetzt – aber an den Fakten vorbei. Worum es in den Gender Studies wirklich geht.
Von Ilse Lenz

Stellungnahme zum Schwerpunkt „Gender“ in der Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes Forschung und Lehre

Die Zeitschrift des Deutschen Hochschulverbandes Forschung und Lehre (November 2014) hat den Schwerpunkt Gender. Für die inter-/transdisziplinäre Geschlechterforschung leisten die Beiträge der Autorinnen Andrea Geier, Bettina Hannover, Carmen Leicht-Scholten und Bettina Pfleiderer aus der Perspektive ihrer jeweiligen (inter-)disziplinären Verortungen eine informative, sachliche und kontroverse Bestandsaufnahme. Diesen Beiträgen ist bedauerlicherweise ein polemischer Artikel von Stefan Hirschauer vorangestellt, der nicht nur den Anspruch der Deutungshoheit über das gesamte Forschungsgebiet erhebt, sondern Gender Studies vom ‚Makel‘ des Feminismus zu ‚reinigen‘ sucht und ein Wissenschaftsverständnis postuliert, das weit hinter die selbstreflexiven Potentiale der Gender und Queer Studies zurückfällt. Eines unserer Mitglieder, der Kultur- und Medienwissenschaftler Stephan Trinkaus, hat diesen Artikel auf eine Weise kommentiert, der wir uns als Vorstand anschließen können. Daher möchten wir ihn an dieser Stelle allen Mitgliedern der FG und allen anderen Interessierten zugänglich machen.

Wissenschaft braucht den Feminismus nicht

Der Mainzer Soziologe und Genderforscher Stefan Hirschauer hat einen Artikel in der Zeitschrift eines akademischen Interessenvertretungsverbands veröffentlicht, in dem er die Gender Studies in drei Teile gliedert:

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