#4genderstudies (18. Dezember 2018)

#4genderstudies: Wissenschaftstag Gender Studies

Am 18.12.2018 findet erneut der Wissenschaftstag Gender Studies statt. Der Vorstand der Fachgesellschaft unterstützt diese öffentlichkeitswirksame Aktion und möchte dazu anregen, sich individuell und/oder institutionell mit dem Hashtag #4genderstudies zu beteiligen. An verschiedenen Standorten sind hierzu vorab Informationsveranstaltungen geplant.

Weitere Informationen finden Sie hier zeitnah.

Protest against the law to forbid the teaching of Gender Studies in Hungerian Universities

To: Minister of Education Mr. Jozsef Bodis jozsef.bodis@emmi.gov.hu

Dear Minister, Mr. Jozsef Bodis,

On Monday we learned from German media that the Hungarian government recently proposed a law, which would cancel accredited, well-performing Gender Studies MA programmes, one of which has consistently high enrolments since it was founded 2006, the second one has recently been established (2017). Hungarian Gender Studies programmes also participate in European exchange programmes. As a result, many of our German colleagues (as we ourselves) have had the chance to meet Hungarian colleagues and supervise MA as well as PhD students in Gender Studies coming from Hungary to German universities. This exchange practice has led to longstanding academic relationships including research and teaching co-operations. We know our colleagues and are aware of how scientifically thorough and needed their work is.

We write to you today to protest against this decision. Never before has a democratic government sought to legislate the curriculum of universities without consultation with appropriate university institutions. Furthermore, according to The Hungarian Journal, “the part of the amendment which concerns gender studies provides no explanation whatsoever. Two universities are concerned: Hungary’s biggest state-funded university ELTE, and the Central European University. If the amendment becomes official, it will mean that nobody can attend gender studies courses in Hungary and get a degree in the subject.”

It also sets a dangerous precedent for state intervention in all other university courses.  By denying to faculty and administrators the academic freedom that is the guarantee of the autonomy of higher education, the Hungarian government puts itself outside the community of democratic nations.

We call upon the Minister of Education to refuse this amendment. We also call upon the European Union, of which Hungary is a member nation, to condemn this action as a violation of its principles. And we call upon academic institutions in our own countries to join our protest.

Sincerely,

Sabine Grenz, Chair
Susanne Völker, Vice-chair
Sarah Elsuni, Treasurer
Göde Both, Board Member

100 Projekte zeigen Vielfalt der Geschlechterforschung

Deutsche Fachgesellschaft Geschlechterstudien veröffentlicht Liste von Forschungsprojekten ihrer Mitglieder

Pressemitteilung als PDF-Dokument

Die deutsche Fachgesellschaft Geschlechterstudien hat über 100 Forschungsprojekte ihrer Mitglieder auf ihrer Website veröffentlicht, die in dem Zeitraum von 2010 an durch Drittmittel gefördert wurden und werden. Vorgestellt werden Projekte, die unter anderem mit Mitteln der Europäischen Union, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie verschiedene Landesministerien und Stiftungen sowie durch Eigenmittel finanziert wurden (oder noch werden).

„Das Ziel der Aufstellung ist es, die Vielfalt der wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Gender Studies sichtbar zu machen.“, so Univ.-Prof. Dr. Sabine Grenz, erste Sprecherin der Fachgesellschaft und Professorin für Gender Studies an der Universität Wien. Als wesentlicher Bestandteil verschiedener Disziplinen begleiten, strukturieren und konkretisieren die Gender Studies unterschiedliche Forschungsfelder. Die Forschungsthemen reichen von geschichtswissenschaftlichen Untersuchungen über geschlechtersensible Gesundheitsvorsorge und Karrierepfade in den Natur- und Technikwissenschaften bis zu sexualisierter Gewalt. „Die empirischen Projekte zeigen deutlich, dass Geschlechterforschung an aktuelle Fragen und Herausforderungen wie z.B. die Wandlungen der Arbeitswelt, die Finanzkrise oder die Digitalisierung des Alltags ansetzt und empirische wie auch theoretische Antworten für Politik, Gesellschaft und Medien liefert“, so Prof. Dr. Susanne Völker, zweite Sprecherin der Fachgesellschaft und Professorin für Methoden der Bildungs- und Sozialforschung an der Universität zu Köln.

Die Liste kann auf der Website der Fachgesellschaft Geschlechterforschung unter https://www.fg-gender.de/forschung abgerufen werden.

Rückfragehinweis:

mail@fg-gender.de

Fachgesellschaft Geschlechterstudien e.V.

c/o TU Berlin
Zentrum Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG)
Sekr. MAR 2-4
Marchstraße 23
10587 Berlin

Leser*innenbrief des Vorstands an die Redaktion der FAZ

Leser*innenbrief als PDF-Dokument

Thomas Thiel beschwört in seinem Artikel „Der Konformismus des Andersseins“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8.11.17) vom einen vermeintlichen Streit innerhalb des interdisziplinären Feldes der Geschlechterforschung herauf, der zwischen moralischer Kritik und seriöser (empirischer) Wissenschaft bestehen soll. Vermeintlich beherrschen die seiner Meinung nach wenig wissenschaftlich fundierten Queer Studies das Feld, während die seiner Auffassung zufolge besseren wissenschaftlichen Arbeiten marginalisiert würden. Als Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien möchten wir mit diesem Brief darauf hinweisen, dass diese Darstellung keineswegs den Realitäten im interdisziplinären Feld der Gender-Studies entspricht, sondern mangelnde Kenntnisnahme durch den Autor zeigt. „Leser*innenbrief des Vorstands an die Redaktion der FAZ“ weiterlesen

Eingangsstatement der Konferenz „Aktuelle Herausforderungen“

Eröffnung der gemeinsamen Konferenz der D-A-CH Fachgesellschaften für Geschlechterforschung/-studien vom 28.-30.09.2017 in Köln

Susanne Völker, 1. Sprecherin der Fachgesellschaft Geschlechterstudien (D)

Statement als PDF-Dokument

1. Unbegrenzbare Herausforderungen

Wir erleben gegenwärtig Zeiten, in denen globale Probleme und Ungerechtigkeiten keineswegs abgebaut werden, sondern sich noch zuspitzen wie  der  milliardenfache Ausschluss von Menschen von grundlegenden Ressourcen und Infrastrukturen zeigt: Hunger bleibt ein Problem – vor allem im globalen Süden; Kriege bestimmen und zerstören das Leben vieler, ungenannt bleibender Individuen, Menschen, die vor Gefahren, Gewalt, Verfolgung und Mangel fliehen, werden durch die verschiedenen Abschottungspolitiken europäischer Länder Not und Tod ausgesetzt. Weltweit – in unterschiedlichen Ausmaßen – haben wir es mit der Verweigerung, dem Verlust und Abbau von demokratischen Rechten zu tun, häufig motiviert durch Rassismus und kulturelle, religiöse und soziale Differenzsetzungen, durch Sexismus, durch Diskriminierung aller, die dem Raster der Zweigeschlechtlichkeit, den Gesetzen heteronormativen Begehrens nicht entsprechen… – wollen.

„Eingangsstatement der Konferenz „Aktuelle Herausforderungen““ weiterlesen

Statement: Gender-Studies in der Diskussion

Die Gender-Studies sind ein plurales, inter- und transdisziplinäres Wissenschaftsfeld. Hervorgegangen aus Frauenbewegungen und zuerst institutionalisiert als Frauen- und Geschlechterforschung, umfassen die Gender-Studies heute Analysen z.B. zur biopolitischen Regulierung von Geschlecht, zur intersektionalen Verschränkung von Migration und Geschlecht, zu LGBT*I*Q* Lebensformen und zur ungleichen Bezahlung von Arbeit. Ebenso werden Gleichstellungspolitiken analysiert, eine geschlechtsdifferenzierende Gesundheitsvorsorge entworfen oder stereotype Geschlechterdarstellungen in der populären Kultur betrachtet. Dieser Vielstimmigkeit und Vielgestaltigkeit der Gender-Studies Rechnung zu tragen, sie sichtbar zu machen und zu unterstützen, war und ist das Anliegen der 2010 gegründeten Fachgesellschaft Geschlechterstudien. Geschlechterforschung steht für eine breite, diverse und diversifizierende wissenschaftliche Arbeit. Wie jede andere Forschungsrichtung benötigt sie Forschungs- und Lehrstrukturen in Form wissenschaftlicher Institutionalisierung.

„Statement: Gender-Studies in der Diskussion“ weiterlesen

Stellungnahmen und Neuerscheinungen

Der Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien begrüßt die Stellungnahme von S. Hark und J. Butler sehr und teilt sie inhaltlich vollständig. Die FG weist die Verunglimpfungen der Kolleg_innen in der Emma-Publikation entschieden zurück und wird auf der Konferenz Aktuelle Herausforderungen der Geschlechterforschung in Köln die gegenwärtigen Angriffe erörtern.

Zusätzlich weist der Vorstand der Fachgesellschaft Geschlechterstudien auf zwei Neuerscheinungen und eine Stellungnahme hin:

Gender Studies im Labor? Eine Replik auf Stefan Hirschauers „Wozu Gender Studies?“

Im Juni 2016 hat das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Greifswald anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Geschlechterforschung in Mecklenburg Vorpommern die Podiumsdiskussion „Wozu Gender Studies?“ organisiert. In diesem Rahmen hat die stellvertretende Vorsitzende Sabine Grenz eine kurze Replik auf Stefan Hirschauers gleichnamigen Text „Wozu Gender Studies?“ gehalten, der 2014 in der DHV-Zeitschrift Forschung & Lehre veröffentlicht wurde. In ihrer Replik geht sie auf die Frage ein, ob Gender Studies in einen „politischen“ und einen „wissenschaftlichen“ Zweig aufgespalten werden sollten bzw. können. Sie legt dar, dass Erwartungen an wissenschaftliche „Reinheit“ und „Neutralität“ historisch gewachsen und von gesellschaftlichen Normvorstellungen beeinflusst sind und argumentiert, dass Gender Studies als ein breites, in sich differenziertes Feld gesehen werden müssen, in dem sowohl Grundlagen- als auch Anwendungsforschung in vielen verschiedenen Forschungsbereichen stattfindet. Wie es auch in anderen Wissenschaften Verknüpfungen etwa zu technischen Innovationen gibt, sind auch bei Gesellschaftswissenschaften wie den Gender Studies Rückkopplungen zu gesellschaftlichen „Anwendungen“ sowohl unvermeidbar als auch wünschenswert.

Replik als PDF-Download