GENAU*T

Geschlechterverhältnisse, Nachhaltigkeit, Umwelt und Transformation (GENAU*T)

Selbstdarstellung der AG Geschlechterverhältnisse, Nachhaltigkeit, Umwelt und Transformation (GENAU*T)

In der AG GENAU*T gehen wir davon aus, dass nachhaltige Entwicklung und sozial-ökologische Transformation explizit und implizit mit der Kategorie Geschlecht verbunden sind. Diese Verbindungen finden jedoch im Mainstream der wissenschaftlichen und politischen Debatten nach wie vor wenig Beachtung. Entsprechend stehen der Austausch über die Integration von Geschlechterperspektiven in ausgewählte Themenfeldern des Nachhaltigkeitsdiskurses sowie die Diskussion neuer und alter Forschungsansätze zu den Zusammenhängen von Natur- und Geschlechterverhältnissen im Mittelpunkt der Aktivitäten der AG. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist die Vernetzung innerhalb der Wissenschaften sowie auch in die politische Praxis und die Weiterentwicklung einer macht- und herrschaftskritischen Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung aus feministischen Perspektiven.

Die AG veranstaltet jährlich ein Treffen: Das Frühjahrstreffen – rund um den 8. März – adressiert jeweils ein ausgewähltes Thema aus dem Kontext Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit. Weitere Treffen finden themenbezogen statt.

Mitmachen & informiert bleiben

Wenn ihr euch für das Themenfeld Gender, Nachhaltigkeit und Transformation interessiert, oder nach Möglichkeiten für eine Kooperation oder Vernetzung sucht, dann schreibt uns gerne eine Nachricht. Gerne nehmen wir euch auch in unseren Verteiler auf: genderundnachhaltigkeit@lists.riseup.net

Sprecherinnen

Dr. Janina Dannenberg

Ich leite an der Universität Hamburg das Forschungsprojekt „Gender and Nuclear Justice in the Sea of Islands“. Die überwiegend während des Kalten Krieges durchgeführten über 300 Atomwaffenexplosionen auf pazifischen Inseln haben bis heute schlimme Folgen. Wir betrachten das nukleare Erbe aus einer Geschlechterperspektive mit einem besonderen Fokus auf Strategien des Überlebens und des Widerstands, gerade auch im Kontext der existenziellen Bedrohung durch den Klimawandel. Meine Dissertation habe ich zur Bedeutung von kollektivem Landeigentum in der sozial-ökologischen Krise geschrieben und hierbei den (Re)Produktivitätsansatz (Biesecker/Hofmeister 2006) weiterentwickelt, der Ökologische Ökonomik und feministische Wirtschaftskritik miteinander verbindet. Kontakt: janina.dannenberg@uni-hamburg.de

Dr. Andrea Amri-Henkel

Aktuell leite ich die Forschungsgruppe „Transformative Mobilitätsforschung“ sowie das vom BMFTR geförderte Forschungsprojekt „Saarmila“ am Institut für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES gGmbH) in Saarbrücken. Die Verbindung diskurstheoretischer mit Gender- und Nachhaltigkeitsperspektiven auf Transformation ist ein besonderes Anliegen meiner wissenschaftlichen Arbeit. Mein Fokus liegt dabei auf Abwertungsstrukturen, die soziale Ungleichheitslagen und sozial-

ökologische Herrschaftsverhältnisse (re-)produzieren. In meiner Doktorarbeit an der Leuphana Universität Lüneburg habe ich die Energiewende-Debatten im Deutschen Bundestag diskursanalytisch untersucht. Kontakt: Amri-Henkel@izes.de

Lina Hansen, M. A.

Seit Januar 2026 bin ich akademische Mitarbeiterin im Cluster 3 (Teilhabe & sozialer Zusammenhalt) des Zentrums für Strukturwandel und Regionalentwicklung (ZeStuR). Meine Dissertation mit dem Titel „Un/Abhängigkeiten von Natur/en“ wird von Hanna Meißner (TU Berlin, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen* und Geschlechterforschung) und Melanie Jaeger-Erben (Brandenburgische Technische Universität Cottbus–Senftenberg) betreut. Ich habe gemeinsam mit Nadine Gerner eine „Einführung zu Ökofeminismus. Zwischen Theorie und Praxis“ verfasst. Mein Studium der Soziologie absolvierte ich an der Universität Bremen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ergänzend habe ich interdisziplinäre Erasmussemester an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande) sowie an der TSU Tiflis (Georgien) absolviert. Kontakt: lina.hansen@posteo.de

Dr. Tina Beuchelt

Ich bin Wissenschaftlerin und Projektleiterin in der Abteilung für Ökologie und Management natürlicher Ressourcen des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) an der Universität Bonn. Meine Forschung ist inter- und transdisziplinär ausgerichtet und befasst sich mit Gender- und Gerechtigkeitsfragen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen (1) nachhaltige Landnutzung und Anpassung an den Klimawandel, (2) Ernährungssicherheit und Ernährungssysteme sowie (3) Menschenrechte in internationalen Lieferketten. Zusätzlich bin ich Co-Leiterin der Gender-Gruppe am ZEF. Kontakt: beuchelt@uni-bonn.de

Positionspapier: Für eine stärkere Integration von Gender- und Ungleichheitsperspektiven in der nachhaltigkeitsbezogenen Forschungspolitik

Das im Juni 2026 veröffentlichte Positionspapier der AG GENAU*T formuliert konkrete Empfehlungen für eine stärkere Verankerung von Gender- und Ungleichheitsperspektiven in der Forschungsförderung im Bereich Nachhaltigkeit und Transformation. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass soziale Ungleichheiten, Geschlechterverhältnisse und intersektionale Betroffenheiten trotz ihrer zentralen Bedeutung für Transformationsprozesse nur unzureichend in Förderlogiken, Begutachtungsverfahren und Forschungsdesigns berücksichtigt werden.

Das Papier zeigt auf, wie eine systematische Integration dieser Perspektiven nicht nur zu mehr sozialer Gerechtigkeit beiträgt, sondern auch die wissenschaftliche Qualität, Präzision und Aussagekraft von Nachhaltigkeitsforschung stärkt.

Wir laden Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen herzlich ein, das Positionspapier zu unterstützen und sich der Mitzeichnung anzuschließen:

https://cryptpad.fr/form/#/2/form/view/iVKjPUP8hNMJJdjfV33W3RsyC3iIkYyaUQUb3goMxZ8/

Hier liegt das gesamte Positionspapier als PDF vor:

Positionspapier