Der Vorstand der Fachgruppe Gender Studies Solidarität solidarisiert sich mit der folgenden Erklärung

„Solidarität mit unserer von Morddrohungen betroffenen Kollegin!

Der Sprecher*innenrat der Sektion Politik und Geschlecht der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) ist zutiefst entsetzt über die bekannt gewordenen, mehrfachen Morddrohungen gegen eine Wissenschaftlerin an der Philipps-Universität Marburg. Solche  Gewaltandrohungen sind nicht nur ein Angriff auf eine einzelne Person, sondern zielen auf das Fundament wissenschaftlicher Arbeit: die Freiheit von Forschung und Lehre. (PM der Philipps-Universität Marburg) Wir erklären der Betroffenen – ebenso ihrem Team und ihren Kolleg*innen – unsere volle Solidarität. Einschüchterung, Hass und Drohkulissen dürfen weder den wissenschaftlichen Austausch bestimmen noch dazu führen, dass kritische Perspektiven verstummen oder aus der Öffentlichkeit verdrängt werden.

Dieser Vorfall kann und darf nicht entkoppelt von einer zunehmenden Bedrohung von rechts betrachtet werden, in der wissenschaftsfeindliche und antifeministische Angriffe gezielt dort ansetzen, wo Forschung gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisch analysiert. Wenn Wissenschaftsfreiheit zum Feindbild wird, ist das ein Angriff auf Demokratie selbst. Wir fordern Hochschulleitungen und zuständige Stellen nachdrücklich auf, sich klar und sichtbar an die Seite von kritischen Wissenschaftler*innen zu stellen, Schutz- und Unterstützungsstrukturen verlässlich bereitzustellen und Betroffene nicht zu isolieren. Die Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit ist keine Option, sondern demokratische Verantwortung.

 

16. Sprecher*innenrat der Sektion Politik und Geschlecht der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft

Tarek Shukrallah, Dr. Marie Reusch, Nicky Mühlhäußer, Dr. Katharina Hajek, Esther Franke“