In den Startlöchern: Identitätenlotto. Ein Spiel quer durchs Leben

In den Startlöchern: Identitätenlotto. Ein Spiel quer durchs Leben

Unser Brettspiel ist ein Plädoyer für die Vielfalt* des Lebens! Es vermittelt intersektionales Genderwissen verbunden mit Diskussion, Spaß und Erlebnis.

Juliette Wedl (Braunschweiger Zentrum für Gender Studies & ILo-Spieleautorin)

„Wäre die Welt ein Spiel, dann würde sie wohl mit dem Ziehen einer Identitätenkarte beginnen.“ (Jan Büssers)

Das Themenspiel beginnt unscheinbar mit dem Ziehen einer Spielidentität – mit diesem Auftakt verbindet sich ein Perspektivwechsel. Wie ist das Leben in einer anderen Identität? Diese Frage führt dich durch das Spiel. Mit deiner neuen, zufällig gezogenen Spielidentität lebst du in Deutschland (Österreich, Schweiz) und durchläufst würfelnd mit deiner Spielfigur verschiedene Lebensthemen wie Alltag, Lebensplanung und Familie. Neben Alltagsereignissen wie „Du hörst zufällig deine Lieblingsmusik“ trifft deine Spielidentität auf Fragen des Lebens wie „Sehen andere dich als »normal« an?“. Darüber hinaus bringen Wissens- und Ereigniskarten interaktive Momente ins Spiel – und mittels der Widerspruchskarte können unterschiedliche Einschätzungen sichtbar gemacht werden. Die Spielidentität mit den meisten Ressourcensteinen gewinnt. Doch ist diese auch am Glücklichsten gewesen? Die Auswertung bietet verschiedenste thematische Anknüpfungspunkte, z.B. zu Identität, Stereoptye & Klischees oder soziale Ungleichheit.

Dieses Spiel, welches vielfältige Diskussionsanlässe bietet, erkundet lebensweltliche Situationen ohne dass Aussagen über die eigene Identität getroffen werden müssen. Der Umgang mit Intoleranz wird dabei zur eigenen Sache.

Spielendes Lernen. Gerade für mitunter schwer begreifbare Aspekte von (Gender-)Wissen eignen sich Ansätze des game based learning, da sie unterschiedliche Lernprozesse fördern. In der Basisversion sind die Differenzdimensionen Geschlecht, sexuelle Orientierung und ethnisch-nationale Herkunft im Spiel. Sozio-ökonomische Herkunft (sprich Klasse) und Körper/Psyche sind als Erweiterungen in Arbeit.

Zielgruppe. Das Brettspiel für 2-6 Spieler*innen ist für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre. Es eignet sich ebenso für die Freizeit wie für Bildungskontexte. Es wurde ursprünglich für die Genderlehre entwickelt. Das Spiel trägt zur Sensibilisierung bei, macht neugierig und bringt zum Nachdenken. Es kann in parallelen Spielgruppen in 90 Minuten einsetzt werden oder zu einem abendfüllenden Spieleabend beitragen.

Produktion. Das Spiel umfasst vielfältige Spielelemente. Es wird vom spielecht Spieleverlag so nachhaltig und fair wie möglich produziert und kostet im Verkauf 45€. Das Crowdfunding startet Ende Oktober auf startnext.de – über den ILo-Newsletter wird dieser als erstes bekannt gegeben.

Besuchen Sie unsere Website www.identitaetenlotto.de!

Weiterführend:
Wedl, Juliette, 2018: Identitätenlotto – Ein Spiel quer durchs Leben. Ein Lehr-Lernspiel zu Gender, Vielfalt und Diskriminierung. In: Freie Universität Berlin. Toolbox Gender und Diversity in der Lehre. URL: http://www.genderdiversitylehre.fu-berlin.de/toolbox/_content/pdf/Wedl-2018.pdf [30.09.2018].